Im Rahmen des deutschsprachigen LL.M.-Studienganges „Vergleichende Staats- und Rechtswissenschaften“, den die Andrássy Universität Budapest bereits seit 2002 anbietet, wird im Studienjahr 2026/27 das konsekutive Masterprogramm „Grenzüberschreitende Unternehmensgruppen auf dem EU-Binnenmarkt“ (LL.M.90) eröffnet.
Das neue Studienangebot richtet sich speziell an Bewerber und Bewerberinnen, die in ihrem juristischen Erststudium einen LL.B.-Abschluss erworben haben.
Es will zum einen vertiefte Kenntnisse des Europarechts vermitteln, insb. in den für die aktuelle Entwicklung des Privat- und Wirtschaftsrechts wichtigen Bereichen. Zum anderen sollen die Studierenden über die Rechtsvergleichung an andere Rechtsordnungen herangeführt werden – der Schwerpunkt liegt insoweit auf dem ostmitteleuropäischen Raum und bei der Umsetzung unionsrechtlicher Vorgaben. Thematisch abgerundet wird das Programm von wirtschafts- und geschichtswissenschaftlichen Veranstaltungen. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben zudem die Möglichkeit, ihr Studium mit einem Besuch von weiteren Kursen aus dem reichhaltigen Lehrangebot der AUB anzureichern.
Juristische Zusatzqualifikation mit einem ausgeprägten europarechtlichen Profil
Das LL.M.-Studium an der Andrássy Universität Budapest, das in Kooperation mit der Universität Heidelberg durchgeführt wird, legt gleichermaßen Wert auf wissenschaftliche Fundierung wie auf Praxisrelevanz und Aktualität. Es zielt auf die Ausbildung von europäisch geprägten Juristinnen und Juristen. Absolventinnen und Absolventen des Programms „Grenzüberschreitende Unternehmensgruppen auf dem EU-Binnenmarkt“ sind in der Lage, komplexe grenzüberschreitende Sachverhalte zielorientiert zu analysieren und sicher in einem internationalen Kontext zu agieren. Das Studium qualifiziert für Positionen in national und international tätigen Unternehmen – etwa als Justitiar, als Compliance-Officer, als Legal Consultant oder in der Geschäftsleitung. Das Alumni-Netzwerk der Andrássy Universität unterstützt den Einstieg in den Beruf und bietet wertvolle Kontakte in Kanzleien, Unternehmen und Institutionen.
Der Blick auf die bisherigen Absolventen und Absolventinnen des Budapester LL.M.-Programms bestätigt, dass dieses Konzept erfolgreich ist: Viele sind heute für grenzüberschreitend agierende Anwaltskanzleien und Unternehmen tätig, andere arbeiten in mitgliedsstaatlichen, europäischen und internationalen Behörden, häufig in Leitungspositionen. Etwa ein Viertel von ihnen hat hierbei den Sprung in eine andere Rechtsordnung gewagt. Das rechtswissenschaftliche Masterstudium befähigt und motiviert zudem zur wissenschaftlichen Arbeit – ca. 30 Prozent der Absolventinnen und Absolventen haben bislang ein Promotionsprojekt in Angriff genommen, nicht nur, aber auch an der Doktorschule der Andrássy Universität.
Die thematische Ausgestaltung des Programms „Grenzüberschreitende Unternehmensgruppen auf dem EU-Binnenmarkt“ baut auf den sehr guten Erfahrungen auf, die in den letzten mehr als 15 Jahren mit der LL.M.-Spezialisierungsrichtung „Internationales Unternehmensrecht: Schwerpunkt Ostmitteleuropa“ gesammelt werden konnten. Es handelt sich um ein Studienangebot mit klarem Profil, das den Studierenden ermöglicht, ihrem Studium einen deutlichen unternehmensrechtlichen Schwerpunkt zu verleihen. Die Ausbildung im LL.M.-Programm erfolgt überwiegend in Kleingruppen, so dass ein unmittelbarer Kontakt zu allen Lehrenden sowie eine optimale Betreuung, auch bei der Anfertigung der Magisterarbeit gewährleistet ist. Die Andrássy Universität bietet ein interkulturelles Umfeld, zu dem man – auch dank der überschaubaren Größe der Universität – schnell Zugang findet. Ein lebendiges Campusleben und vielfältige Studierendeninitiativen bieten die perfekte Gelegenheit, sich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln und wertvolle Netzwerke zu knüpfen. All dies und der schöne Studienort Budapest, mit seiner lebendigen Kultur, der den Studierenden vielfältige Lern- und Freizeitmöglichkeiten bietet, sorgen für ein besonderes und dauerhaft prägendes Studienerlebnis.
LL.M. – Abschluss innerhalb von zwei Semestern
Bei dem Studium handelt es sich grundsätzlich um ein zweisemestriges Präsenzprogramm, das im Wintersemester jeweils Anfang September und im Sommersemester Mitte Februar beginnt. Studierenden, die ihr Studium im September starten, ihre Magisterarbeit bis Ende Mai des folgenden Jahres einreichen und sämtliche Leistungsanforderungen erfolgreich bewältigen, ist ein Abschluss des gesamten Verfahrens bis Ende Juni möglich, also innerhalb von nur 10 Monaten. Entsprechendes gilt für diejenigen, die ihr Studium im Februar beginnen. Ein solcher Studienplan ist zweifellos anspruchsvoll, konnte aber bereits in einer Vielzahl von Fällen erfolgreich realisiert werden. Andererseits ist es berufstätigen Juristinnen und Juristen aus dem Großraum Budapest möglich, das LL.M.-Studium in vier Semestern berufsbegleitend zu absolvieren. Ein staatlich finanziertes Studium muss allerdings innerhalb von drei Semestern abgeschlossen werden.
Europarecht, Rechtsvergleichung, Interdisziplinarität
Das Programm „Grenzüberschreitende Unternehmensgruppen auf dem EU-Binnenmarkt“will Studierende vor allem auf berufliche Tätigkeiten in Unternehmen vorbereiten, die auch im EU-Ausland wirtschaftlich aktiv sind und deshalb immer wieder Kontakt zu den Rechtsordnungen anderer Mitgliedstaaten haben. Es konzentriert sich daher zum einen auf die Bereiche des Europarechts, die das Privat- und Wirtschaftsrecht betreffen: „Recht des europäischen Binnenmarktes“, „Europäisches Wettbewerbsrecht“, „Europäisches Regulierungsrecht“‚ „Europäisches Kollisionsrecht“, „Europäisches Vergaberecht“ u.a.m. Die „zweite Säule“ des Programms bildet die Rechtsvergleichung, wobei der Schwerpunkt auf dem deutschen Recht und den Privatrechtsordnungen ostmitteleuropäischer EU-Mitgliedstaaten liegt: „Methodik der Rechtsvergleichung“, „Einführung in das ungarische Privatrecht“, „Vergleichendes GmbH-Recht: Deutschland, Ungarn, Polen“. In vielen Veranstaltungen werden diese beiden Ansätze auch unmittelbar miteinander verbunden, so etwa im „Europäisches Privatrecht“, im „Recht der europäischen Gesellschaftsformen und Unternehmensgruppen“ und im „Vergleichenden und Europäischen Arbeitsrecht“.
Darüber hinaus wird der Studiengang in einem speziellen Zuschnitt angeboten, der es berufstätigen Juristinnen und Juristen aus dem Großraum Budapest ermöglicht, innerhalb von vier Semestern neben ihrer beruflichen Tätigkeit ein europarechtliches Aufbaustudium zu absolvieren, das in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg durchgeführt wird, also auch Einblicke in die Juristenausbildung außerhalb Ungarns eröffnet. Ein solches Studium lässt sich beispielsweise in der Weise organisieren, daß die bzw. der Berufstätige drei Semester lang durchschnittlich sieben bis neun Unterrichtsstunden pro Woche besucht, die überwiegend in der Zeit von 15.45 bis 19.30 Uhr angeboten werden; hinzu kommt eine Blockveranstaltung pro Semester. Für diejenigen, deren Studium staatlich finanziert wird, muss das Diplom bis zum Ende des 3. Semesters vorhanden sein.
Ausgesuchte geschichts- und wirtschaftswissenschaftliche Veranstaltungen dienen einer gezielten thematischen Abrundung des Programms. Die Studierende werden in die „Mitteleuropäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte“ eingeführt und können zwischen Kursen zu den „Grundlagen der Unternehmensethik“ und zur „Corporate Governance im internationalen Vergleich“ einerseits sowie zum „Risikomanagement und Controlling in der VUCA Welt“ und zur „Unternehmensanalyse und Restrukturierung“ andererseits wählen. Dies und die durchdachte Belegung von Wahlfächern ermöglichen es den Studierenden ihrem Studium eine individuelle Prägung zu geben.
Den Abschluss des LL.M.-Studiums bildet die Anfertigung und Verteidigung einer Magisterarbeit mit einem Umfang von ca. 40 – 50 Seiten zu einer Thematik aus dem Bereich des Studienprogrammes.







