Die 5. Europakonferenz widmet sich dem Thema „Demokratie in Europa neu denken“ und greift damit eine der zentralen Herausforderungen der gegenwärtigen europäischen und internationalen Politik auf. Die Demokratie bildet das normative Fundament der europäischen Staaten und der Europäischen Union. Zugleich ist sie in vielen Teilen Europas und weltweit mit tiefgreifenden Krisenerscheinungen konfrontiert. Sinkendes Vertrauen in politische Institutionen, wachsende gesellschaftliche Polarisierung, der Aufstieg populistischer und autoritärer Kräfte, Defizite in der Rechtsstaatlichkeit sowie der zunehmende Einfluss digitaler Medien, Desinformation und neuer Technologien auf politische Meinungsbildungsprozesse stellen die Funktionsfähigkeit demokratischer Systeme nachhaltig in Frage. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur einzelne Mitgliedstaaten, sondern berühren auch die demokratische Legitimation und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union insgesamt.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die Konferenz das Ziel, eine fundierte Bestandsaufnahme der Krise der Demokratie in Europa und im globalen Kontext vorzunehmen. Im Mittelpunkt steht die Analyse der politischen, institutionellen, gesellschaftlichen und kulturellen Ursachen dieser Entwicklung. Dabei soll diskutiert werden, ob es sich primär um Defizite bestehender demokratischer Institutionen handelt oder ob grundlegende Spannungen zwischen demokratischen Anspruchsnormen und den Bedingungen moderner, komplexer Gesellschaften sichtbar werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Spannungsverhältnis zwischen nationalstaatlicher Demokratie und europäischer Integration sowie den Herausforderungen, die sich aus Globalisierung, geopolitischen Machtverschiebungen und transnationalen Problemlagen ergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz liegt auf den Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Transformationsprozesse auf demokratische Ordnungen. Die Veränderung politischer Öffentlichkeit durch digitale Medien, die Fragmentierung von Kommunikationsräumen und die Verbreitung von Desinformation werfen grundlegende Fragen nach der Qualität demokratischer Willensbildung, politischer Repräsentation und gesellschaftlichen Zusammenhalts auf. Zugleich verändern sich Formen politischer Partizipation und die Rolle der Zivilgesellschaft, was neue Anforderungen an demokratische Institutionen und Verfahren mit sich bringt.
Aufbauend auf dieser Analyse zielt die Konferenz darauf ab, Perspektiven und Lösungsansätze zur Stärkung und Weiterentwicklung der Demokratie in Europa aufzuzeigen und kritisch zu diskutieren. Im Fokus stehen institutionelle Reformoptionen auf europäischer und nationaler Ebene, innovative Beteiligungs- und Partizipationsformate, deliberative Verfahren sowie die Bedeutung politischer Bildung und demokratischer Kultur für die Resilienz demokratischer Systeme. Ziel ist es, einen Beitrag zur Weiterentwicklung demokratischer Praxis zu leisten und konkrete Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft sichtbar zu machen.
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Im Anschluss an die Keynote Speech am 11. November findet ein Empfang statt.