Transkulturalität und Kulturkonflikt

8. Okt 2025

Hörsaal 3, Andrássy Universität Budapest, H-1088, Budapest, Pollack Mihály tér 3.

Anmeldefrist: 1. Okt 2025

Art der Veranstaltung: Öffentlich

Sprache(n): Deutsch

  • Anmeldung: zsuzsanna.pletenyik@aub.eu
  • 6 ECTS (15 000 HUF per ECTS)
  • Gute (B2 – C1) Deutschkentnisse sind erforderlich

Zwischen Istanbul, Tirana und Beijing: Historisch-politische Narrative in Ismail Kadares transkulturellem Albanien

Mit Ismail Kadare verfügt das bis in die jüngste Vergangenheit kulturell weitgehend isolierte Albanien über einen international bekannten Autor, der häufig zur Weltliteratur gezählt wird. Seine Biografie und sein Werk reflektieren die Widersprüchlichkeit und Gespaltenheit seines Landes zwischen osmanisch-islamischer und westlich-christlicher Tradition, zwischen dem außerstaatlichen, der Blutrache verpflichteten Gesetzlichkeit des Kanun im gebirgigen Norden und einer viel stärker etablierten Institutionen folgenden Machtstruktur im Süden, zwischen einer aufstrebenden urbanen Bürgerlichkeit und einer uralten ländlichen Volkskultur. Gleichzeitig hat jedoch ein, wenn auch heterogenes, albanisches Nationalbewusstsein überlebt, aus dem heraus auch die bedrückende monolithische Diktatur Enver Hoxhas erklärt werden kann. Kadare, sowohl Kritiker als auch Teil des Systems, Dissident bzw. Exilant wie auch Mitglied der kulturell-intellektuellen Führungsschicht, (post)modernistischer Autor wie sozialistischer Realist, hat ein umfangreiches Oeuvre vorgelegt, das diese Widersprüchlichkeit nicht nur reflektiert, sondern aus ihr spannende Werke schafft, die auch die Entwicklung seines Landes beeinflusst haben. Auf der Grundlage von Romanen und Novellen und anderen von Kadare verwendeten Genres aus dem konfliktgeladenen osmanischen Themenkreis wie aus dem kommunistischen Albanien, die als ’kulturelle Texte’ gelesen werden, reflektiert das Seminar die Rolle des Schriftstellers und Intellektuellen in seiner Gesellschaft, die Funktion von Nationalismus und Ursprungsnararrativen und die Sonderrolle Albaniens in der (mittel-ost-)europäischen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Albanien wird als radikales, aber gerade deshalb aufschlussreiches Beispiel eines kommunistischen Landes in Europa gesehen. Dabei darf das von Kadare intensiv behandelte Thema der Verbindung mit China angesichts des in Form der Seidenstraße neu auf die Agenda gerückten globalen Anspruchs der Volksrepublik besonderes Interesse auch für die unmittelbare und mittelbare Zukunft für sich beanspruchen. Eines der isoliertesten Länder Europas (und der Welt) wird so in einem transkulturellen, kulturanthropologisch relevanten Zusammenhang gebracht

Kurstermine

08-10-2025 13:00-14:30
08-10-2025 17:00-18:30
10-10-2025 10:30-12:00
10-10-2025 13:00-14:30
29-10-2025 17:00-18:30
31-10-2025 10:30-12:00
31-10-2025 13:00-14:30

19-11-2025 17:00-18:30
21-11-2025 10:30-12:00
21-11-2025 13:00-14:30

03-12-2025 10:30-12:00
03-12-2025 13:00-14:30
05-12-2025 10:30-12:00
05-12-2025 13:00-14:30

Ort – Hörsaal 3, Andrássy Universität Budapest

Adresse:

H-1088, Budapest, Pollack Mihály tér 3.

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