Mit viel Enthusiasmus führten die beiden Prorektoren Stefan Okruch und Orsolya Tamássy-Lénárt zweisprachig durch das abwechslungsreiche Programm, das durch die musikalischen Intermezzi von Bence Szigeti stimmungsvoll ergänzt wurde.
Den Auftakt setzte Rektor Zoltán Tibor Pállinger mit seiner Begrüßung und Ansprache. Im Mittelpunkt standen die AUB als Ort des Dialogs und der Interdisziplinarität, sowie die Frage, wie angesichts gegenwärtiger Herausforderungen Zukunft gestaltet werden kann. Pállinger hieß insbesondere die neuen Studierenden willkommen und betonte, dass gemeinsamer Erfolg auch gemeinsame Verantwortung voraussetze. Mit Blick auf Künstliche Intelligenz, den Krieg in Europa sowie unterschiedliche politische, rechtliche, wirtschaftliche, historische und kulturelle Entwicklungen unterstrich er, wie wichtig es sei, Wandel zu verstehen, Alternativen zu diskutieren und junge Menschen zu befähigen, ihn mitzugestalten. „Wandel bedeutet: Die Zukunft ist offen“, so der Rektor.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens blickte Pállinger zugleich auf die Gründungsgeschichte und die zukünftige Entwicklung der AUB – das Jubiläum sei kein Endpunkt. Die Universität solle als Kompetenzzentrum, Ort des Dialogs und des Austauschs zwischen den Generationen weiter gestärkt werden. Eine zentrale Rolle komme dabei der Gemeinschaft der Studierenden zu, im Zentrum der AUB stünde und entscheidend für ihre Zukunftsfähigkeit sei. „Die Brücke steht. Sie wird genutzt.“, fasste Pállinger den Gedanken zusammen, dass Veränderung möglich sei und die Verbindung von Menschen, Ländern und Ideen auch künftig gestärkt werden solle.
Gergely Prőhle, Vorsitzender des Kuratoriums der Öffentlichen Stiftung für die Deutschsprachige Universität, erinnerte an die Gründung der AUB vor 25 Jahren und betonte ihre Bedeutung für die mitteleuropäische Zusammenarbeit. Dabei hob er die Rolle der deutschen Sprache hervor und unterstrich den Stellenwert von Institutionen, die über nationale Grenzen hinweg Zusammenarbeit und eine gemeinsame europäische Perspektive ermöglichen.
Auch Ehrengast Anita Orbán, Außenministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ungarns, stellte in ihrer Festrede das Brückenbauen in den Mittelpunkt. Europa stehe angesichts von Krieg, wirtschaftlichen und technologischen Umbrüchen sowie geopolitischen Spannungen vor großen Herausforderungen. Mit Blick auf den Namensgeber der Universität unterstrich Orbán, dass „nicht Konflikte, sondern der Dialog und nicht starre Gegensätze, sondern Kompromisse eine nachhaltige Entwicklung bewirken können“. Die AUB leiste hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie junge Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringe und sie dazu befähige, als „Brückenbauer“ zwischen Ungarn und Deutschland sowie im europäischen Kontext zu wirken. In dieser Hinsicht versicherte sie, dass die ungarische Regierung die AUB auch künftig aktiv unterstützen werde. Für ihre Studienzeit wünschte sie den Studierenden Räume, in denen sie Fragen stellen, diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten können. Dabei betonte Orbán: „Es geht nicht darum, in welchem Europa wir leben, sondern welches Europa wir selbst gestalten.“
Auch die Vertretung der Studierendenschaft, der Vertreter der Doktorandinnen und Doktoranden sowie der Vorsitzende des Alumni Klubs richteten Grußworte an die Festgemeinschaft. Im Mittelpunkt standen dabei der Blick auf die Zukunft, der Austausch zwischen den Generationen und die Menschen, die die AUB als akademische Gemeinschaft prägen. Einen besonderen Akzent setzte Nikolas Hatz, Verteter der Doktorandinnen und Doktoranden, mit seinen Gedanken zu den „Meilensteinen“ im Leben. Er betonte die Bedeutung, an diesen innezuhalten, zurückzublicken und zugleich den nächsten Schritt zu wagen.
Im weiteren Verlauf fand die traditionelle Verleihung der Doktortitel im Rahmen einer außerordentlichen Senatssitzung statt. Dabei nahm der stellvertretende Leiter der Doktorschule, Georg Kastner, sechs Doktorandinnen und Doktoranden das feierliche Gelöbnis ab und überreichte ihnen anschließend ihre Doktorurkunden.Den feierlichen Abschluss bildete die Diplomverleihung an die Masterabsolventinnen und -absolventen. Insgesamt konnten 41 erfolgreiche Masterabschlüsse gefeiert werden, 17 Absolventinnen und Absolventen waren bei der Jahreseröffnung anwesend und nahmen ihre Diplome persönlich entgegen.
Die Jahreseröffnung 2026 der Andrássy Universität Budapest stand ganz im Zeichen ihres 25-jährigen Bestehens und zugleich des Blicks nach vorn. Wie der Rektor treffend formulierte: „Unsere Aufgabe ist nicht, die Zukunft vorherzusagen, sondern sie mitzugestalten.“ Die Feier machte eindrucksvoll deutlich, dass die AUB ihre Tradition als Grundlage für Dialog, wissenschaftlichen Austausch und gemeinsame Zukunftsgestaltung versteht – als Brücke zwischen Ländern, Generationen und Perspektiven.
Judith BARTH & Isabel KIESEL-JANKE
